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Maitlisek Gossau mit Veränderungen

Die Mädchensekundarschule Gossau, die Stadt Gossau und die Schulgemeinde Andwil-Arnegg wollen ihre vertraglichen Vereinbarungen vereinheitlichen. Dabei geht es unter anderem um den Unterricht für Realschülerinnen an der Maitlisek und um die Neuregelung der Finanzierung.

Die Mädchensekundarschule Gossau trägt seit über 100 Jahren mit einer besonderen Ausprägung als Werteschule zum vielfältigen Bildungsplatz Gossau bei. Bislang unterrichtet die Schule ausschliesslich Sekundarschülerinnen. Das Verhältnis der privatrechtlich organisierten Schule zur Stadt Gossau und zur Schulgemeinde Andwil-Arnegg ist aktuell in zwei Schulgeldabkommen geregelt. Die Verantwortlichen der drei Schulträger möchten die negativen Auswirkungen dieser Abkommen – schwierige Planbarkeit der Schülerzahlen und die finanziel-le Unsicherheit – auf eine neue gesicherte Basis stellen.

Für Realschülerinnen öffnen
Der Schulrat der Maitlisek ist an der Weiterentwicklung des vielfältigen und gut funktionierenden Bildungsplatzes Gossau interessiert. Deshalb hat er dem Gossauer Stadtrat und dem Schulrat Andwil-Arnegg eine neue Leistungsvereinbarung vorgeschlagen. Diese sieht neu die Abgeltung der effektiven Kosten vor, wobei Einnahmen der Maitlisek aus Elternbeiträgen und von kirchlichen Institutionen einzurechnen sind.

Im Gegenzug will sich die Maitlisek neu auch für Realschülerinnen öffnen. Damit wird ein langjähriges Anliegen der städtischen Oberstufe aufgenommen. Durch die Beschulung von Realschülerinnen an der Maitlisek wird die Zusammensetzung in den Klassen der Oberstufenzentren Rosenau und Buechenwald homogener werden. Die Maitlisek plant eine jahrgangsgetrennte integrierte Oberstufe für die beiden Oberstufentypen. Die Führung dieses typengemischten Modells hat der Erziehungsrat des Kantons St.Gallens Mitte November gutgeheissen. Auch mit der Öffnung für Realschülerinnen wird die Maitlisek weiterhin maximal zwei Klassen pro Jahrgang führen. Falls sich mehr Mädchen für die Maitlisek anmelden werden, ist geplant, dass eine Mengenbeschränkung eingeführt wird, die sich an der Gesamtzahl an übertretenden Schülerinnen orientiert und welche über ein Losverfahren geregelt werden soll. Eine solche Regelung ken-nen auch die katholische Kantonssekundarschule „Flade“ in St.Gallen und die Wiler Mädchenschule St. Katharina.

Langfristige Sicherung
Mit der neuen Leistungsvereinbarung und durch den Schulmodell-Wechsel an der Maitlisek bleibt die Vielfältigkeit der Bildungsangebote auf der Oberstufe in Gossau langfristig erhalten. Die Maitlisek bleibt eine privatrechtlich organisierte Schule mit öffentlichem Charakter. Vorgesehen ist, dass die neue Leistungsvereinbarung im Frühling 2018 abgeschlossen werden kann. Dazu sind einerseits Entscheide des Stadtrates und des Stadtparlamentes Gossau und andererseits des Schulrates und der Bürgerversammlung der Schulgemeinde Andwil-Arnegg erforderlich. Es ist vorgesehen, dass die ersten Realschülerinnen ab Schuljahr 2019/20 in die Maitlisek eintreten können.

Datum der Neuigkeit 22. Dez. 2017